Das miese Geschäft mit der Not!

Es erinnert an die Vertrags-Tricksereien von Handy-Tarifanbietern oder Streamingdiensten, wenn Neu- und Bestandskunden übel gegeneinander ausgespielt werden. Nach der durch den aus unserer Sicht sinnlosen Russland-Gas-Boykott entstandenen Insolvenz vieler freier Gasanbieter nutzen etliche Gaswerke in Deutschland die Not der Menschen, die jetzt ohne Vertrag dastehen, schamlos aus. So erreichte uns jüngst die Meldung, dass auch unsere EWV-„Stadtwerke“ an diesem Verhalten teilnehmen.
Satte (und unverschämte) 39,69 Cent pro Kilowattstunde forderte der Stolberger Energieanbieter für eine dreimonatige Ersatzversorgung bei Kunden, die aus ihren alten Verträgen geflogen waren.

Mit „Schutz der Bestandskunden“ und den schwierigen Zeiten der Beschaffung wurde dies begründet. Inzwischen ruderte die EWV wieder etwas zurück, und aufgrund von Wegfall der Beschaffungsumlage und Senkung der Umsatzsteuer reduzierte sie die Übergangsversorgung auf immer noch teure 29,8 Cent.

Ein Stolberger Verbraucher schrieb an die EWV „Die EWV verweigert für drei Monate, mich in die Grundversorgung aufzunehmen“, und beklagt ganz richtig: „Die Vorgehensweise stellt ein Ausnutzen der Zwangslage des Verbrauchers dar. Darüber hinaus bereichert sich die EWV durch die deutlich höheren Preise der Ersatzversorgung, wenn sie die Verbraucher auf die drei Monate Ersatzversorgungszeit vertröstet.“ (Quelle EZ 1. 11.)
Die EWV konterte ihrerseits mit „dramatisch gestiegenen Marktpreisen“ und mit der enorm hohen Zahl an Menschen, die ohne Vertrag dastehen und auf die Gnade (und Willkür) der Stadtversorger angewiesen sind. Der Kunde könne sich ja nach günstigeren Tarifen umsehen und hätte die Möglichkeit, die Ersatzversorgung von einem Tag auf den nächsten jederzeit zu kündigen, schob die EWV-Pressesprecherin fast schon höhnisch nach. „Unsere Bestandskunden haben die hohen Preise für die zusätzlich zu beschaffenden Energiemengen der Ersatzversorgung nicht verursacht, und sollen sie deshalb auch nicht tragen müssen.“ Korrekt, aber auch die „Neukunden“ haben die Sanktionen gegen russisches Erdgas nicht verursacht, und sind ebenso unschuldige Opfer der Umstände.
Dieses Geschäftsgebaren ist unerträglich und sollte sofort politisch unterbunden werden.
Wir fordern eine gleiche und sofortige Grundversorgung für alle Bürger, denn wir sitzen alle im selben Boot.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre AfD Eschweiler.

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